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Stephan Becker-Sonnenschein

Liebe Freunde des Global Food Summit,

Lebensmittel sind eigentlich nichts anderes als eine Aneinanderreihung von Bio-Molekülen. Ein Steak und ein Glas Wasser bestehen jeweils aus ca. 10 hoch 24 Molekülen. Diese kleinsten, mehratomigen Teilchen, sind verantwortlich dafür, was wir schmecken und wie sich Lebensmittel im Mund anfühlen. Wir können heute Lebensmittel in ihre Moleküle zerlegen. Und wir haben Methoden erfunden, viele dieser Moleküle herstellen zu können. Die neuen Methoden stellen naturidentische Moleküle oft weniger aufwendig her, als es in der Natur der Fall ist. So mixt beispielsweise die US-Firma Endless West aus Kalifornien eine Kopie eines 20 Jahren alten Whiskey in 24 Stunden aus einem Molekül-Mix zusammen. Seit 2020 auch italienischen Wein und hochwertigen Sake.

Die Nachhaltigkeitswerte sind bei diesen Methoden signifikant besser als im natürlichen Produktionsprozess. Jeweils zur Hälfte des Preises und mit 60% weniger Landverbrauch, 75 % weniger Wasserverbrauch und 40 % weniger CO2-Ausstoss. Und produziert wird mitten in San Francisco, also regional hergestellt.

Auf Moleküle setzt auch das israelische Start-up Bio Milk, dem es gelungen ist, Muttermilch im Labor herzustellen, indem es die immunstärkenden Oligosaccharide der Muttermilch zerlegte und im Labor zusammenbauen konnte. 2021 will Bio Milk Marktreife erlangen. Eine Chance für die Erreichung des UN-Zieles SDG 2, Zero Hunger, bei Babys und Kleinkindern. Konkurrenz bekommen die Israelis aus den USA, Durham, North Carolina. Dort ist das Biotech-Start-up namens Biomilq ansässig, das im Juli 2020 3,5 Millionen Dollar für die Entwicklung von Muttermilch aus Laborkulturen gesammelt hat, um über weibliche Zellkulturen Muttermilch herzustellen.

Schätzungen gehen davon aus, dass der Markt für Säuglingsnahrung bis 2026 weltweit einen Wert von fast 104 Milliarden Dollar haben wird, gegenüber 45 Milliarden Dollar im Jahr 2018. Wenn diese molekularen Methoden skalierbar werden, verspricht das ein gutes Geschäft zu werden.

In Berlin finden wir die Firma LegenDairy, die Milchmoleküle für die Käseproduktion nutzt. Solar Foods in Finnland stellt Proteine aus Molekülen in der Luft, Energie und einem Bakterienstamm her. Und das Thema Fleischzellen züchten hat ja seit November 2020 in Singapur mit Hühnchenzellfleisch den Weg in den Markt gefunden.

Biomoleküle werden also in Zukunft „angebaut“ werden können. Das wird einige Geschäftsmodelle verändern und Auswirkungen auf die Herstellung in der Lebensmittelkette haben. Die industrielle Produktion von Lebensmittelmolekülen wird zunehmend in Anlagen in den Städten erfolgen. Und in dem Maße, wie sich Städte verändern, wird sich der ländliche Raum verändern. Es werden neue Stadt-Land-Beziehungen entstehen, mit neuen Chancen für beide Seiten.

Der urbane Lebensraum soll zu einem lebenswerten, naturnahen und nachhaltigen Ökosystem werden. Dieses Ökosystem soll dabei so unabhängig und autark wie möglich sein. Auch im Bereich Lebensmittelproduktion.
Neueste technische Entwicklungen ermöglichen hierbei den Ansatz einer "Urban Circular Food Economy".

Ich freue mich, wenn Sie auf dem Global Food Summit dabei sind, um diese Herausforderungen zu diskutieren und den Weg zu erkunden, wie die Veränderung vonstatten gehen kann. 

Ihr Unterschrift Stephan Becker-Sonnenschein Stephan Becker-Sonnenschein

 
 

Interview

Raffael Wohlgensinger, Co-Founder & CEO, LegenDairy Foods GmbH
Essens Icon Lebensmittel Mikroskop Icon Lebensmittelinnovationen

Raffael Wohlgensinger ist Co-Founder und CEO von LegenDairy Foods, einem Start-up aus Berlin, das eine andere Art von Milchalternative herstellt: Das Unternehmen produziert Milch basierend auf Milchproteinen. Eine echte Alternative für all diejenigen, die auf Milch verzichten, jedoch den typischen Milchgeschmack vermissen, an den bisherige Alternaltiven wie Soja- oder Mandelmilch nicht herankommen.
Wir haben Raffael Wohlgensinger ein paar Fragen zu seinem Produkt gestellt.

Milch ohne Kuh – Wie gewinnen Sie den Rohstoff, aus dem Ihre Milch-Produkte hergestellt werden?

Rein pflanzliche Lebensmittel sind nicht in der Lage, den Geschmack, die Textur und die Funktionalität von tierischen Produkten perfekt zu imitieren. Gleichzeitig müssen wir dringend die Produktion und den Konsum tierischer Lebensmittel reduzieren, um die negativen Auswirkungen auf unsere Umwelt zu minimieren. Legendairy Foods produziert mithilfe von Mikroorganismen echte Milchproteine (Kasein und Molkenprotein), die wir dann in unserem Food Design Team zu Käse weiterverarbeiten. Genau wie eine Kuh, die Nährstoffe aus dem Futter in Milchbestandteile umwandelt, wandeln unsere Mikroorganismen Nährstoffe aus einem pflanzlichen Fermentationsmedium - vor allem Kohlenhydrat und Stickstoff - in Milchproteine um. 

Lesen Sie hier das Interview.

 
 
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Kommentar: Die Akzeptanz von Alternativen Proteinen


                                
Bild: Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie

Wir fragen Stakeholder aus Industrie, Verbänden und Politik: „Was glauben Sie, welche Auswirkungen hat und hatte die Corona-Pandemie auf die Entwicklung und Kundenakzeptanz von Alternativen Proteinen, und wie ist Ihre Haltung dazu?“

In dieser Ausgabe fragen wir Thomas Vogelsang, Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Fleischwarenindustrie nach seiner Einschätzung.
Er sagt, dass sich der Markt für alternative Proteine in Deutschland sehr dynamisch entwickelt, wenn auch der Anteil dieser Erzeugnisse am Gesamtmarkt noch gering ist. Ob plant-based-Food, In- Vitro-Fleisch oder Insekten als Grundlage für Fleischersatzprodukte langfristig erfolgreich sein werden, bleibt dagegen abzuwarten. Zumindest in Europa seien die Verfahren noch weitgehend unbekannt, und man stehe dieser Technologie eher skeptisch gegenüber.

Lesen Sie hier den Kommentar.

 
 

Upcoming Events

28. + 29.

Der Global Food Summit wird virtuell

April
2021

Am 28. und 29. April 2021 wird der Global Food Summit virtuell stattfinden. Eineinhalb Tage lang werden Wissenschaftler, Politiker, Vertreter von Organisationen, Verbänden und Medien über Lebensmittelinnovationen sprechen und neueste Erkenntnisse austauschen können. Alle Infos rund um den Global Food Summit 2021 erhalten Sie wie immer hier, in unserem monatlichen Newsletter, oder auf unserer Homepage.



Sich selbst bewässernde Erde für Pflanzen als Antwort auf Dürren


Bild: UT Austin

Süßwasser ist eine kostbare Ressource. Nicht nur für uns Menschen als Trinkwasser, sondern vor allem auch in der Landwirtschaft. Ohne Wasser können auf den Feldern keine Lebensmittel wachsen. Und der Zugang zu Wasser bestimmt zum großen Teil auch, wo überhaupt Lebensmittel angepflanzt werden können.

Doch das könnte sich nun ändern: Wissenschaftler der Walker-Abteilung für Maschinenbau an der University of Texas in Austin haben Erde entwickelt, die sich selbst bewässern kann. Konkret enthält die neu entwickelte Erde super-feuchtigkeitsabsorbierende Gele. Diese Gele nehmen das Wasser aus der Luftfeuchtigkeit auf, geben es von einer bestimmten Bodentemperatur an wieder ab und bewässern somit die Pflanzen. Dabei geht ein Teil der Feuchtigkeit zurück in die Atmosphäre, was die Luftfeuchtigkeit wiederum erhöht. Dadurch entsteht ein Kreislauf.

In ihren Experimenten konnten die Wissenschaftler rund um Guihua Yu, außerordentlicher Professor für Materialwissenschaften, unter anderem Radieschen zwei Wochen lang in der Hydrogel-Erde auf dem Dach des Instituts wachsen lassen, ohne ein einziges Mal nachwässern zu müssen. Lediglich am Anfang wurde einmal bewässert, um sicherzustellen, dass die Radieschen Fuß fassen.

Die sich selbst bewässernde Erde könnte eine Antwort auf die immer häufiger auftretenden Dürren sein und dafür sorgen, dass die landwirtschaftlich nutzbaren Gebiete ausgeweitet werden können, beispielsweise in Wüstengegenden.

Weitere Informationen finden Sie hier
 
 

Tropische Früchte aus Deutschland

Highlights unser SponsorenBild: KLEIN EDEN - Tropenhaus am Rennsteig

In den Gewächshäusern „Klein Eden“ von Gärtnermeister Ralf Schmitt in Kleintettau in Nord-Bayern wachsen ganz besondere Pflanzen. Es sind exotische Früchte wie Maracujas, Papayas, Guaven oder Jackfrüchte. Das Tropenklima mit 25 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent wird dank der Lage der Gewächshäuser ermöglicht: Sie stehen nahe einer Glasfabrik mit drei großen Glashütten, deren Abwärme mit Hilfe einer 500 Meter langen Wasserleitung zu den Häusern transportiert wird.

Die Gewächshäuser selbst unterscheiden sich kaum von handelsüblichen Exemplaren. Lediglich das Dach besteht aus einem Spezialglas, sogenanntem diffusen Glas, das wie ein Prisma das Licht bricht. Damit gibt es einen natürlichen Treibhauseffekt, der die Gewächshäuser zügig aufheizt. Eine künstliche Beleuchtung gibt es nicht, was die größte Herausforderung für das Projekt war, denn normalerweise haben Tropenpflanzen zwölf Stunden Tageslicht. Das gibt es in Bayern wegen der jahreszeitlichen Unterschiede nicht regelmäßig. Doch nach einem Jahr in den Gewächshäusern haben sich die Pflanzen daran gewöhnt.

So können in „Kleinsibirien“, wie die Region nahe der thüringischen Grenze genannt wird, auf 3.500 Quadratmetern Früchte wachsen, die sonst aus den tropischen Gebieten, beispielsweise aus Südamerika, importiert werden müssen. Das begeistert vor allem die Köche in der Gegend, die gerne die Früchte abnehmen und in ihren Speiseplan integrieren. Im hauseigenen Laden können die Früchte von jedermann erstanden werden. Generell sind Besucher herzlich willkommen, sich das kleine Tropenparadies anzuschauen. Es gibt regelmäßig Führungen und Sonderausstellungen.

Das CO2-klimaneutrale Projekt hat inzwischen auch die Aufmerksamkeit der EU geweckt und wird finanziell gefördert, um zu erforschen, ob in Europa kommerziell Tropenfrüchte angebaut werden können. Ralf Schmitt kann inzwischen rund zehn Tonnen Tropenfrüchte pro Jahr heranziehen. Allein in Deutschland gibt es in fast jedem Bundesland Glashüttenstandorte, an denen ein solches Projekt ausgerollt werden könnte. In Europa sind es schätzungsweise 200 Standorte. Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass es einmal regionale Tropenfrüchte bei uns in den Läden zu kaufen gibt.
en.

 
 
 
 
 
 
 
 
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