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Stephan Becker-Sonnenschein

Liebe Freunde des Global Food Summit,

befeuert durch die Pandemie werden innovative Szenarien über eine sichere und gesunde Zukunft für die Menschen gerade auch im Lebensmittelbereich intensiv diskutiert.

In Städten wie Peking wird ein „Lockdown“ für den zentralen Lebensmittel-Großmarkt erlassen. Eine Catering-Firma in Bayern hat 40 infizierte Mitarbeiter und muss ihre Arbeit unterbrechen. Industrielle Schlachtbetriebe in Deutschland, aber auch den USA, schließen die Pforten. Damit werden die Verbraucher, Schulen, Kantinen nur eingeschränkt versorgt.

Leider werden aber auch Ernteverluste 2020 die Versorgung weiter erschweren. Neben den Verlusten, die durch fehlende ausländische Erntekräfte im Frühsommer in Europa oder den USA entstanden sind, wird es auch im Herbst Ausfälle geben. Das World Food Programme (WFP) stellt dar, dass aufgrund der internationalen Lockdowns in einigen Regionen der Zugang zu Saatgut im Frühjahr in vielen Ländern nur eingeschränkt möglich war. Ohne Aussaat aber auch keine Ernte. Das WFP prognostiziert daher eine Hungersnot, die größer ist als „üblich“. Sie befürchtet, dass ihre Mittel nicht ausreichen werden, um diese Hungerwelle abzufedern und ruft bereits heute seine Mitglieder auf, sich Maßnahmen zu überlegen, wie man damit umgehen kann. Dass dann auch noch Heuschreckenplagen und klimabedingte Ernteausfälle den Ernteertrag mindern werden, kommt hinzu.

Bleibt also die Frage, was lernen wir für die Zukunft? Das Cluster Ernährung Bayern hat Szenarien über die Zukunft der Ernährung nach Corona herausgearbeitet. Regionalisierung und Technologisierung, Nachhaltigkeit oder Logistik werden bewertet. Die Zusammenfassung wird Ende Juli erwartet. Festzustellen aber ist allgemein, dass das Vertrauen in die Qualität der Lebensmittel, der technologische Fortschritt und die deutliche Versachlichung des Dialoges über Lebensmittel in den Szenarien eine wichtige Rolle spielen.

Der deutsche Nachhaltigkeitspreis, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, hat im Bioökonomiejahr 2020 / 2021 auch das Thema Lebensmittel in Städten ausgeschrieben. In den Diskussionen wird klar, dass Metropolen ein „Sink“ für regenerative Rohstoffe wie Lebensmittel sind. Der Global Food Summit hat mit dem Forschungszentrum Jülich und der Agentur mfm - menschen für medien ein Ideenkonzept erarbeitet, wie man bestehende Grau-, Regen- und Gelbwasseraufbereitung auch für eine städtische Landwirtschaft weiterentwickeln kann. Die Algenproduktion kann hier als „game changer“ eine große Rolle spielen.

Mein Dank geht auch an Frau Oriana Romano und Jan Grossarth. Oriana Romano, Head of Unit, Water Governance and Circular Economy der OECD, hat uns in einem Interview die Sichtwiese der OECD erläutert, wie wir vorgehen können, um dem Thema Bioökonomie eine größere Bedeutung zu geben.
Jan Grossarth, Inhaber der Beratung Goldfeder und ehemaliger Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beantwortet uns im Rahmen einer kleinen Serie die Frage nach den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Entwicklung und Kundenakzeptanz von Alternativen Proteinen.

Ihr Unterschrift Stephan Becker-Sonnenschein Stephan Becker-Sonnenschein

 
 

Interview

Dr. Oriana Romano, Head of Unit Water Governance and Circular Economy Cities, Urban Policies, and Sustainable Development Division Centre for Entrepreneurship, SMEs, Regions and Cities, OECD
Essens Icon Kreislaufwirtschaft Mikroskop Icon Bioökonomie

Die OECD hat mit dem "Programme on the Economics and Governance of Circular Economy in Cities and Regions" ein Programm aufgelegt, das Städten hilft, die Potentiale einer Kreislaufwirtschaft zu erkennen und zu verwerten. 
Wir haben mit Oriana Romano, Head of Unit, Water Governance and Circular Economy der OECD über das Programm gesprochen.

Frau Romano, die OECD setzt sich für die Einführung einer Kreislaufwirtschaft ein, auch im Lebensmittelbereich. Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Faktoren für den Übergang zur Kreislaufwirtschaft?

Das OECD-Programm zur Kreislaufwirtschaft in Städten und Regionen unterstützt die lokalen und regionalen Regierungen bei der Ermittlung der Voraussetzungen für die Verwirklichung der Kreislaufwirtschaft. Die Schlüsselfaktoren, um dies zu ermöglichen, sind im Rahmen der 3Ps enthalten: people, policies und places, also Menschen, Politik und Orte. 

Menschen: Die Kreislaufwirtschaft ist transformativ und impliziert einen Verhaltens- und Kulturwandel hin zu anderen Produktions- und Konsumwegen, neuen Geschäfts- und Governance-Modellen.

Politik: Die zirkuläre Wirtschaft erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der sich über sektorale Politiken erstreckt. Was als Abfall betrachtet wird, kann eine Ressource für etwas anderes sein. Daher ermöglicht die Kreislaufwirtschaft Synergien zwischen den einzelnen Politikbereichen. 

Orte: Verbindungen zwischen städtischen und ländlichen Gebieten (z.B. im Zusammenhang mit der Bioökonomie, der Landwirtschaft und den Wäldern) sind der Schlüssel zur Förderung der lokalen Produktion und des Recyclings von organischem Material, das in der Nähe des Produktionsortes verwendet werden soll, um Emissionen aufgrund von Langstreckentransporten zu vermeiden. 

Der Nahrungsmittelsektor wird in mehreren Strategien der Kreislaufwirtschaft berücksichtigt (z.B. in Dänemark, Slowenien, Spanien und den Niederlanden) und ist ein Schlüsselsektor für 52 Prozent der Städte und Regionen, die auf die OECD-Umfrage zur Kreislaufwirtschaft in Städten und Regionen geantwortet haben. Es gibt mehrere Beispiele für Initiativen, die den Lebensmittelsektor in städtischen und ländlichen Gebieten zirkulärer gestalten. Diese Initiativen reichen von der Verringerung der Lebensmittelabfälle (Groningen, Umeå, Ljubiana, Porto), der Förderung der städtischen Landwirtschaft (Paris, Brüssel, Guelph), der Unterstützung der lokalen Lebensmittelproduktion (Umeå), der Verbesserung der Koordination zwischen städtischen und ländlichen Gebieten (Valladolid), der Einbeziehung von Restaurants und des Gastgewerbes in diese Bemühungen (Amsterdam, Valladolid, Umeå) oder der Herstellung organischer Düngemittel (Porto, Portugal).

Zirkuläre Lebensmittelsysteme in Städten und Regionen basieren auf der Stärkung von Synergien über die gesamte Lebensmittelwertschöpfungskette von der Produktion bis zum Vertrieb und der Abfallbehandlung.

Lesen Sie hier das Interview.

 
 
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Kommentar: "Was glauben Sie, welche Auswirkungen hat und hatte die Corona-Pandemie auf die Entwicklung und Kundenakzeptanz von Alternativen Proteinen und wie ist Ihre Haltung dazu?“




Ein Megaschub für die alternativen Proteine durch Corona? Nein, denn Krisen machen konservativer – und unfreiwillig fleischarm

"Ob Krisenerfahrungen die Menschen mutiger machen? Das wäre eine gewagte These, und wahrscheinlich auch eine unhistorische. Sie machen konservativ. Man sieht es an den Zustimmungsraten für Parteien. Die Leute lassen Parteien wie die AfD am Straßenrand liegen und wählen bürgerlich."

Mit diesem Einstieg meldet sich in dieser Ausgabe unseres Newsletters Jan Grossarth zu Wort zum Thema Alternative Prteine. Er ist Buchautor und Unternehmens- und Kommunikationsberater mit seiner Firma Goldfeder und beschäfftigte sich schon während seiner Zeit als Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit den Themen Ernährung und Nahrungsmittelproduktion.

Lesen Sie hier den Kommentar.

 
 

Global Food Summit unterwegs

Virtuelles Agritech- und Foodtech-B2B

18.

„Unterwegs“ hat eine neue Konnotation bekommen. „Unterwegs auf Veranstaltungen“ kann man auch am Bildschirm sein. Das israelisch-bayerische Foodinnovationsmeeting fand am 18. Juni 2020 als Online-Treffen statt. Das Wirtschaftsministerium Bayern hat in Kooperation mit der Organisation „Start-up Nation“ in Israel die Innovationsführerschaft der Food- und Agtech Start-ups in Israel vorgestellt. Getrieben durch die klimatischen Bedingungen, aber auch die Region am Mittelmeer, bieten sich viele Möglichkeiten, Innovationen bei Lebensmitteln in Herstellung und Produktion gerade auch mit digitalen Hilfsmitteln voranzutreiben. Beindruckend viele internationale Food- und Chemie-Unternehmen unterhalten in Israel ein Büro, um an den Erfindungen teilhaben zu können. Eine enge Partnerschaft zu Europa besteht bereits. Es wäre wünschenswert, wenn unser „schläfriges Europa“ etwas stärker von dem israelischen Erfindergeist angesteckt würde.

Juni
2020


Upcoming Events

24./25.

POLITICO’s Agriculture and Food Summit 2020


28./29.

innovate!convention 2020

Sept.
2020

Am 24. - 25. September 2020 findet der POLITICO’s Agriculture and Food Summit 2020 in einem interactiven, virtuellen Format statt. Der Summit findet damit zum vierten Mal statt und stellt die Frage: Green, innovative, competitive, can Europe’s agri-food sector have it all?
Konkret geht es um die neuen Konzepte und Strategien in den Bereichen Landwirtschaft und Ernährung der Europäischen Kommission, die durch den „Green Deal“, der „Farm to Fork-Strategie“ und Co. Gestalt annehmen. Weitere Informationen zu der Veranstaltung finden Sie hier.

Okt.
2020

Save the Date: Die innovate!convention findet am 28. und 29. Oktober 2020 virtuell statt.
Infos und Anmeldung zur Veranstaltung folgen hier.



 
 

Cluster Ernährung präsentiert erste Ergebnisse der Corona – Szenarien-Studie: Was erwartet die Ernährungswirtschaft 2022?

Highlights unser Sponsoren

Die Frage, wie sich die Ernährungsbranche durch die Corona-Krise kurz-, mittel- und langfristig verändert, ist aus heutiger Sicht unsicher. Der Cluster Ernährung hat sich dieser Frage angenommen und mit Expert*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung Szenarien entwickelt. Die ersten Ergebnisse, sieben kurzfristige Kompaktszenarien, wurden in einem interaktiven Online-Seminar vorgestellt. Rund 35 Vertreter*innen aus der Ernährungsbranche haben an der Online-Veranstaltung teilgenommen und die Szenarien bewertet und diskutiert. Am wahrscheinlichsten wurden die Szenarien vom Expertenteam und den teilnehmenden Personen eingestuft, die von einem hohen Gesundheitsbewusstsein der Konsument*innen und vielen Innovationen sowie neuen Akteuren und Geschäftsmodellen in der Lebensmittel-Branche ausgehen. Zusätzlich ist erkennbar, dass das Thema Regionalität an Bedeutung gewinnen könnte. Regionale Wertschöpfungsketten könnten somit ein klarer Gewinner der Corona-Krise werden.

Ausführliche Ergebnisse werden in Kürze auf der Cluster Ernährung Homepage, sowie im Cluster LinkedIn- Profil veröffentlicht.

Kommentar: Der SAMs-Bericht "Towards a Sustainable Food System" beißt die Hand, die uns füttert!

Innovationen NewsBild: Europäische Commission

Eine der großen Herausforderungen ist derzeit die Steuerung unserer Ernährungssysteme. Die Europäische Kommission hat daher die "Farm to Fork-Strategie" lanciert, die das Herzstück des europäischen Green Deal bildet. Der SAMs-Bericht "Towards a Sustainable Food System" spielte eine wichtige Rolle für diese Strategie.

Justus H.H. Wesseler, Professor und Inhaber des Lehrstuhls für Agrarökonomie und ländliche Politik, Universität Wageningen, Niederlande, und sein Kollege Professor Kai P. Purnhagen, Professor und Inhaber des Lehrstuhls für Lebensmittelrecht, Universität Bayreuth, und Co-Direktor des Instituts für Lebensmittelrecht, haben einen kritischen Kommentar im European Law Blog zum SAMs-Bericht "Towards a Sustainable Food System" verfasst.

Sie beanstanden, dass die vorgeschlagenen Auswirkungen auf das Lebensmittelsystem und sein Umsetzungspotenzial zu kurz gedacht werden und dass die Empfehlungen die Freiheit der EU-Bürger untergraben, zu der auch die individuelle Freiheit gehört, die Lebensmittel, die sie mögen, und die Bedeutung, die sie ihnen beimessen, zu wählen. Mit ihren Vorschlägen riskieren die Verfasser des SAMs-Berichts, den EU-Bürgern einen einheitlichen Lebensmittelstandard aufzuzwingen und gleichzeitig ein wesentliches Merkmal Europas zu neutralisieren: seine reiche kulturelle Vielfalt an Lebensmitteln.

Lesen Sie den Kommentar hier.

KitchenTown – Eine neue Heimat für Food-Innovation in Berlin

 
 
Innovationen NewsBild: KitchenTown

KitchenTown ist das neue Coworking Space für Food Start-ups in der Nähe des Alexanderplatzes in Berlin, inklusive Maker Space, einem Bereich mit voll ausgestatteten professionellen Küchen zur Produktentwicklung.

Lesen Sie hier den Artikel.
 
 
 
 
 
 
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