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Stephan Becker-Sonnenschein

Liebe Freunde des Global Food Summit,

Covid-19 hat auch den Begriff der Nachhaltigkeit „infiziert“. Egal ob in ökonomischen, sozialen oder ökologischen Fragen, jetzt wo wir Stillstand haben, soll der Restart doch bitte „nachhaltig“ sein. Also: Inlandsflüge, Autoverkehr, globale Transporte, Landwirtschaft, Gesundheitssysteme, und, und, und, sollen „nachhaltig“ umgebaut werden, was von den meisten als „abgebaut“ und „Verzicht“ verstanden wird.
Krisen sind immer Veränderungstreiber. Aber wir sollten ein kritisches Auge darauf haben, welche Ziele wir wie erreichen wollen.
Die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele 2030 sind sehr klar ausformuliert und auch in 167 Unterzielen beschrieben. Für das Ziel 2, „Zero Hunger“, ist folgendes definiert:
„Bis 2030 die Nachhaltigkeit der Systeme der Nahrungsmittelproduktion sicherstellen und resiliente landwirtschaftliche Methoden anwenden, die die Produktivität und den Ertrag steigern, zur Erhaltung der Ökosysteme beitragen, die Anpassungsfähigkeit an Klimaänderungen, extreme Wetterereignisse, Dürren, Überschwemmungen und andere Katastrophen erhöhen und die Flächen- und Bodenqualität schrittweise verbessern.“

Wenn jetzt Forderungen zur „Nachhaltigkeit“ bei Lebensmitteln gestellt werden, wäre es wünschenswert, wenn man sich die Ziele der UN vor Augen führt, und sich fragt, wie man denn mit Verzicht von industrieller Produktionsfähigkeit „Zero Hunger“ weltweit erreichen will, oder wie man denn den Ertrag steigern will und eine Anpassungen an Klimaextreme?

Danach sollten Kennzahlen definiert werden, was bis wann erreicht werden soll, dann erst sollte man die politische Diskussion beginnen.

Ansonsten ist diese aktuelle COVID-Nachhaltigkeitsdiskussion eine unklare, wachsweiche Stimmungsmache, die weder den Hungernden oder Aufstrebenden des Globalen Südens, noch den Akteuren hier gerecht wird, noch die bislang erreichten, guten Ergebnisse würdigt.
Die SDG 2030 sind Anreiz und Innovationstreiber Nummer Eins, vor allem für junge Menschen. Sie tragen dazu bei eine Welt von morgen zu gestalten. Diese muss zwar ökologisch nachhaltig aber darf nicht nur ökologisch nachhaltig sein. Sie muss auch der kommenden Generation ein Leben in ökonomischer Freiheit und sozialer Sicherheit versprechen.

Der Nachhaltigkeitsbegriff ist umfassender als viele glauben. Deshalb werden wir Nachhaltigkeit im umfassenden Sinn, so wie ihn die UN definiert hat, nur über mehr Innovationen, mehr Technik und mehr Wachstum erreichen. Je weniger natürliche Ressourcen wir benötigen und je mehr die Technik uns dabei hilft, desto nachhaltiger können wir sein.

Hat man diese Ziele klar definiert muss auch das dafür nötige Verständnis und die Zustimmung aus der Gesellschaft sichergestellt werden. Die Umsetzung ist dann eine Frage der verfügbaren Mittel und Erfahrungen.

Unsere Gesellschaft verändert sich. Sie erwartet Fortschritt, der die Herausforderungen der Zukunft meistert, um ein gesundes Altern zu ermöglichen. Der Global Food Summit wird im Bereich Food weiter Fortschrittskonzepte präsentieren, auch digital. Momentan arbeiten wir mit der Berlin Science Week an gemeinsamen Konzepten.

Wir freuen uns über Ihr Feedback.

Ihr Unterschrift Stephan Becker-Sonnenschein Stephan Becker-Sonnenschein

 
 

Interview

Dr. Heike Bach, Geschäftsführerin Vista GmbH und Robert van der Kooy, Marktanalyst und Vertriebsmanager Ypsilon BayWa Agri Supply & Trade BV
Essens Icon Lebesmittelsicherheit Mikroskop Icon Agrar

Ypsilon ist ein Ertragsvorhersage-Service der BayWa Beteiligungsgesellschaften Vista GmbH, Deutschland, und der BayWa Agri Supply & Trade (BAST) / Cefetra B.V., Niederlande. Auf der Basis von Satellitendaten in Kombination mit dem Pflanzenwachstumsmodell von Vista können Ernteerträge auf EU- und regionaler Ebene mit hoher Genauigkeit und bis zu acht Wochen vor den bisher etablierten Verfahren prognostiziert werden.
Wir haben mit Robert van der Kooy, Marktanalyst und Vertriebsmanager Ypsilon BayWa Agri Supply & Trade BV und Dr. Heike Bach, Geschäftsführerin Vista GmbH gesprochen und sie zu den Potenzialen von Ypsilon befragt.

Ypsilon hilft vorherzusagen, wie sich die Witterungsverhältnisse auf den Ernteertrag auswirken werden. Die Auswertungen der letzten Jahre deuten darauf hin, dass im Falle fortschreitender Klimaveränderungen die Erträge in Europa signifikant sinken werden. Wie wird sich der Klimawandel auf die europäischen Erträge auswirken, und ist Ypsilon auch in der Lage, die Erträge in diesem sich wandelnden Umfeld korrekt vorherzusagen?

Dr. Heike Bach: YPSILON an sich ist grundsätzlich erstmal ein großräumiges Monitoring Tool für die aktuelle Saison und spricht keine Handlungsempfehlung aus. Es nutzt eine statistisch repräsentative Anzahl an Stichproben (mehrere hunderttausend Punkte über Europa verteilt), um den Ertrag für Regionen und Länder vorherzusagen, aber es betrachtet nicht jedes einzelne Feld. Das kann man natürlich auch machen, dann ist man im Bereich unserer TalkingFields Services.

Robert van der Kooy: Durch den Klimawandel werden die Erträge stärker schwanken und daher wird es wichtiger denn je sein, die Erntemengen richtig vorhersagen zu können. Im Jahr 2018 erlebte Europa eine extreme Dürre. Ypsilon hat sehr früh in der Saison richtig vorhergesagt, dass die Erträge sehr enttäuschend ausfallen werden. Auch die Auswirkungen der Rekordhitze im Jahr 2019 wurden durch das Ypsilon-Modell richtig erfasst. Da Ypsilon das gesamte Pflanzenwachstum simuliert, sind wir in der Lage, selbst unter den widrigsten Witterungsbedingungen Vorhersagen zu treffen.

Dr. Heike Bach: Grundsätzlich gab es in den letzten 10 Jahren vor allem in Osteuropa immer noch einen Trend zu höheren Erträgen, aber die Dürrebedingungen in Europa in den letzten Jahren mit den entsprechenden Ertragseinbußen sind ein Phänomen, das unter den Bedingungen des Klimawandels durchaus öfter vorkommen kann und wird. Glücklicherweise bietet die daten- und informationsgetriebene Landwirtschaft auch hier viele Möglichkeiten zur Mitigation, vom Anbau hitze- und dürrebeständigerer Sorten zu gezielter Beregnung. Auch hier können Satellitendaten hilfreich sein, denn man kann sowohl den Aufwuchs als auch den Wasserbedarf der Pflanzen ermitteln und dann mit präzisen Maßnahmen reagieren.

Lesen Sie hier das Interview.

 
 
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News des Monats

                             
Bild: Heura Foods

Boom der alternativen Proteine

Es sind unglaubliche Zahlen, von denen das Good Food Institute (GFI) in seinem aktuellen Bericht, vom 13. Mai 2020, berichtet: 930 Millionen US-Dollar wurden alleine im ersten Quartal 2020 weltweit in alternative Proteinunternehmen investiert. Damit knackte das erste Quartal 2020 bereits das erfolgreiche Vorjahr der Branche: 2019 konnten die Firmen 824 Millionen US-Dollar für die Entwicklung ihrer alternativen Proteinprodukte gewinnen.

Lesen Sie hier den Artikel.

Kommentar: COVID-19 und der Fleischverzicht




Von Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer Initiative Tierwohl

Die Corona-Pandemie wurde vermutlich durch Übertragung von Tieren auf den Menschen ausgelöst. Auch wenn die mutmaßlichen hygienischen Umstände der Übertragung in China nicht mit landwirtschaftlicher Tierhaltung in Deutschland vergleichbar sind, wird der unberechtigte Bezug zur hiesigen Fleischerzeugung hergestellt. Begünstigen also die Erfahrungen mit der Corona-Pandemie den Verzicht auf Fleisch zugunsten alternativer Proteinquellen nachhaltig?

Laut einer forsa-Befragung, die 2020 im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft durchgeführt wurde, nimmt der tägliche Fleischkonsum der Deutschen auch zugunsten alternativer Proteinquellen zwar ab. Festzuhalten ist dessen ungeachtet: Tierische Produkte wie Fleisch oder Fisch sind Naturprodukte, die, in richtigen Mengen genossen, einen wertvollen Beitrag zu einem gesunden Leben leisten können. Sie liefern für den Menschen nicht nur besonders wertvolle Proteine, sondern Vitamine, Mineralien und Spurenelemente.

Pflanzliche Proteinquellen, wie etwa Hülsenfrüchte oder Nüsse, können das alles nicht in gleichem Umfang leisten. Dies mag ein Grund dafür sein, dass der Anteil von Vegetariern und Veganern laut der genannten forsa-Befragungen in Deutschland seit Jahren bei um die fünf Prozent stagniert. Insekten als Proteinquellen sind in unserer Kultur derzeit nicht sonderlich akzeptiert.
Einen ähnlichen Nachteil weist „künstlich“ hergestelltes Fleisch auf. Lediglich 24 Prozent der Deutschen können sich laut „Technik Radar 2020“ überhaupt den Verzehr dieser Produkte vorstellen. Die Frage der Umwelt- und Klimabilanz ist ebenfalls noch nicht vollumfänglich beantwortet. Entstehen doch bei der „klassischen“ Fleischerzeugung wertvolle Nebenprodukte für Energieerzeugung und Pflanzenanbau, die bei der Erzeugung „künstlichen“ Fleischs tendenziell wegfallen.

Während der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, wie schnell die Nahrungssicherheit der Bevölkerung wieder zum Thema werden kann. Hier hat sich die landwirtschaftliche Nutztierhaltung in Deutschland auch dank dezentraler Strukturen als wichtiger Stabilitätsfaktor und Lieferant wertvoller Proteine erwiesen.

Fasst man alle Aspekte nüchtern zusammen, so lässt sich sagen: Auch wenn die Neugier der Deutschen auf alternative Proteinquellen sicherlich vorhanden ist, wird Fleisch von Nutztieren wohl auf absehbare Zeit die wichtigste Proteinquelle der westlichen Welt bleiben – auch und gerade weil man verstärkt mit der Möglichkeit künftiger Pandemien rechnen muss. Umso unverzichtbarer werden Ansätze wie der der Initiative Tierwohl, die darauf abzielen, die Produktion in großen Mengen und Tierwohl miteinander in Einklang zu bringen.

Erfahren Sie hier mehr über die Initiative Tierwohl.

 
 

Global Food Summit unterwegs


innovate!Now „Agrifood beats Corona“
30.

Am 30.04.2020 ab 17 Uhr fand die erste digitale Innovate!Now Konferenz statt, an der einige hundert Personen teilgenommen haben. Den Organisatoren ein großes Lob für die Organisation.

Den Roundtable "Beyond Corona: Alternative Proteine – Technik und Moral" leitete der Global Food Summit Gründer Stephan Becker-Sonnenschein. Die Diskussion über die Auswirkungen von Corona auf die alternative Proteinherstellung wies auf Wege hin, die künftig eine nachhaltigere Herstellung von Proteinen möglich macht. Angesprochen wurden sowohl pflanzliche Alternativen, aber auch solche auf Insektenbasis, aus Stammzellenkulturen oder durch Fermentierungsprozesse.

Wir bedanken uns bei allen für die Teilnahme und die interessante Diskussion beim Roundtable!

April
2020


 
 

Cluster Ernährung Bayern erarbeitet in Studie Zukunftszenarien für die Ernährungswirtschaft

Highlights unser Sponsoren

Mit der aktuellen Corona-Krise verändern sich die Rahmenbedingungen vieler Akteure in der Ernährungsbranche massiv. Der Cluster Ernährung Bayern erarbeitet daher, gemeinsam mit Expert*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung, Zukunftsszenarien für die Ernährungswirtschaft nach den Auswirkungen von Covid-19.

Die Studie "Corona-Stresstest: Was sind die Folgen aus der Corona-Krise für die Ernährung?" besteht zunächst aus der Erarbeitung von Kompaktszenarien der Corona Krise und soll die kurz-bis mittelfristigen Veränderungen skizzieren, damit Unternehmen vorbereitet und flexibel auf die weiteren Entwicklungen reagieren können. In einem zweiten Schritt werden die vom Cluster Ernährung veröffentlichten Szenarien der Ernährungswirtschaft 2030 aus dem Jahr 2017 neu bewertet, aktualisiert und so mögliche langfristige Veränderungen erfasst. Im Juli werden die Ergebnisse veröffentlicht. Die methodische Leitung der Szenarien erfolgt von der ScMI Ag.

Der Global Food Summit bringt seine Expertise in diese Zukunftsszenarien des Clusters für die Lebensmittelbranche mit ein.

Der Geschäftsführer des Clusters, Dr. Simon Reitmeier: „Wir wollen Unternehmen der Ernährungswirtschaft einen möglichen Leitfaden für die Zukunft übermitteln. Wir hoffen damit, in diesen unsteten Zeiten eine Orientierung geben zu können.“

Erfahren Sie hier mehr über das Cluster Ernährung Bayern.

Ein Zuckerersatz für Gebäck

Innovationen News

Übermäßiger Zuckerkonsum führt nachweislich zu Erkrankungen wie Diabetes, Fettleibigkeit und Herzkrankheiten. Darum wird viel daran geforscht, wie man mit alternativen Produkte süßen kann.

Die verfügbaren natürlichen Zucker-Alternativen wie beispielsweise Stevia können teuer sein und vermischen sich oft nicht gut mit bestehenden Produktzutaten.

Die Firma Stem (früher Cambridge Glycosciences) nimmt sich seit 2017 in Cambridge, dieses Themas an und hat eine Methode entwickelt, mit der natürlicher kalorienarmer Zucker aus Pflanzenfasern extrahiert und gereinigt werden kann.

"Es ist schwieriger, Zucker in fester Nahrung zu ersetzen, weil Zucker eine Rolle bei der Textur spielt; er wird braun, karamellisiert und kristallisiert", sagte Gründer und Firmenchef Dr. Tom Simmons in labiotech.eu.  "Man könnte Stevia zu einer Kuchenmischung hinzufügen und den Zucker herausnehmen und es wäre im Prinzip süß, aber es würde nicht wirklich wie ein Kuchen schmecken, weil ihm einfach die ganze Textur fehlen würde".

Um dieses Problem zu lösen, arbeitet Tom Simmons mit seinem Team an natürlichen Verbindungen, die eine ähnliche chemische Struktur haben wie Zucker, den wir aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr gewinnen. Dadurch schmeckt der Zucker von Stem wie unser gewohnter Zucker, der in den gängigen Produkten verwendet wird. Im Verdauungssystem wird der Zucker als Ballaststoff verwertet, so der Hersteller.

Stem konzentriert sich aktuell auf den Backwarenmarkt, möchte jedoch langfristig die preislich konkurrenzfähige Zucker-Alternative im gesamten Lebensmittelmarkt sein und erwartet, innerhalb von fünf Jahren wettbewerbsfähige Preise zu erzielen.

Pressemitteilung: Tesvolt Stromspeicher senkt Energiekosten in Fischzucht

 
 
Innovationen NewsBild: Tesvolt

Über 150.000 Euro Einsparung pro Lachs-Generation

Wittenberg, 12. November 2019. Das norwegische Fischzuchtunternehmen Kvarøy nutzt einen Großspeicher von Tesvolt auf seiner Lachsfarm vor der Insel Selsøyvær im Nordmeer. Auf der schwimmenden Arbeitsplattform reduzieren die Lithium-Akkus mit einer Gesamtspeicherkapazität von 158 Kilowattstunden (kW) die Betriebszeit der Dieselgeneratoren von 24 auf nur drei Stunden am Tag. Bei der Aufzucht einer Lachsgeneration, die etwa 18 Monate dauert, spart das Unternehmen so zwischen 150.000 und 200.000 Euro ein und reduziert den CO2-Ausstoß. Das Batteriesystem hat der deutsche Gewerbespeicher-Hersteller Tesvolt zusammen mit seinem norwegischen Partnerunternehmen Kverneland Energi individuell für die Anforderungen auf der Fischfarm entwickelt, zugeliefert und installiert.

Lesen Sie hier die Pressemitteilung von Tesvolt.

Erfahren Sie hier mehr über das Projekt
 
 
 
 
 
 
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